Matera liegt im Herzen Italiens und ist eine Stadt wie keine andere. Mit einer alten Geschichte, die bis in die Altsteinzeit zurückreicht, fasziniert Matera seine Besucher mit seiner einzigartigen Landschaft, in der die Zeit still zu stehen scheint. Berühmt für seine Sassi-Höhlen, in Stein gehauenen Kirchen und labyrinthartigen Gassen, ist diese Stadt eine Fundgrube für Geschichten, die von Mythologie und Legenden durchdrungen sind.
Die Mystik der Ursprünge Materas – Die Ursprünge Materas sind geheimnisumwittert, und diese rätselhafte Vergangenheit hat zahlreiche Mythen und Legenden hervorgebracht. Einige sagen, die Stadt sei von den alten Pelasgern gegründet worden, einem vorhellenischen Volk, das selbst von Geheimnissen umgeben ist. Der Name der Stadt leitet sich vermutlich vom griechischen Wort „meteora“ ab, was „Dinge in der Luft“ oder „Himmel oben“ bedeutet und Materas himmlischen Ruf untermauert.
Unter diesen frühen Erzählungen ist die Legende der Höhlenbewohner eine der faszinierendsten. Der lokalen Überlieferung zufolge lebten die ersten Bewohner Materas in natürlichen Höhlen, die ihnen Schutz vor den Unbilden des Wetters und marodierenden Eindringlingen boten. Diese Höhlenbewohner sollen außergewöhnliche Fähigkeiten besessen haben, mit den Geistern des Landes kommunizieren und die Geheimnisse des Universums entschlüsseln können. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelten sich diese Höhlen zu den Sassi-Vierteln – Sasso Barisano und Sasso Caveoso –, die heute zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören.
Sassi di Matera: Das alte steinerne Herz – Die Sassi di Matera sind vielleicht das Wahrzeichen der Stadt. Diese alten Höhlenwohnungen sind ein bemerkenswertes Beispiel für die Anpassung des Menschen an die Umwelt. Sie wurden in die Felswände gebaut und umfassen Wohnungen, Geschäfte und sogar Kirchen, die direkt aus dem Fels gehauen wurden. Jede Schicht der Behausungen erzählt eine Geschichte über die Menschen, die einst dort lebten – Geschichten von Not, Glauben und Widerstandsfähigkeit.
Eine besonders eindringliche Legende erzählt von einer verborgenen unterirdischen Stadt unter den Sassi, in der verlorene Schätze und antike Artefakte begraben liegen. Diese unterirdische Welt soll von den Geistern derer bewacht werden, die bei dem Versuch, ihre Stadt vor Eindringlingen zu schützen, ums Leben kamen. Entdecker, die es wagen, diese Geheimnisse aufzudecken, werden oft gewarnt, mit Vorsicht vorzugehen, damit sie nicht die ruhelosen Seelen stören, die in den Höhlen spuken.
Die gespenstischen Kirchen von Matera – Die Felsenkirchen von Matera tragen zusätzlich zur mystischen Anziehungskraft der Stadt bei. Unter ihnen sticht Santa Maria de Idris besonders hervor. Diese auf einer Felsenklippe thronende Kirche soll ein Ort göttlicher Begegnungen gewesen sein. Legenden erzählen von einer wundersamen Statue der Jungfrau Maria, die in der Kapelle erschien und bei den Gläubigen Ehrfurcht und Verehrung hervorrief. Es wird angenommen, dass die Statue in bestimmten heiligen Nächten ein sanftes, leuchtendes Licht ausstrahlt, das wahre Gläubige dazu einlädt, ein Wunder zu erleben.
Eine weitere faszinierende kirchliche Stätte ist die Krypta der Erbsünde, die oft als „Sixtinische Kapelle” der Höhlenkirchen bezeichnet wird. Diese Krypta wurde zufällig von einer Gruppe von Bauern entdeckt und beherbergt bemerkenswert gut erhaltene Fresken aus dem 9. Jahrhundert. Legenden zufolge wurden diese Kunstwerke von göttlicher Inspiration geschaffen, von Künstlern, die von Engeln geleitet wurden, um biblische Szenen darzustellen.
Die Zauberei des Heiligen Eustachius: Eine Geschichte der Verwandlung – Eine unter den Einwohnern von Matera weit verbreitete Legende ist die Geschichte des Heiligen Eustachius, auch bekannt als Eustachio. Dieser römische General, der zum christlichen Märtyrer wurde, wird als Schutzpatron der Stadt verehrt. Eine spannende Legende erzählt, wie Eustachius und seine Familie wegen ihres Glaubens verfolgt wurden und sich schließlich auf wundersame Weise in Hirsche verwandelten, um ihren Peinigern zu entkommen. Der Mythos lebt weiter und trägt zur reichen Folklore bei, die die Kultur Materas prägt.
Der Geschichte zufolge hatte Eustachius, einst ein gläubiger Heide, während der Jagd eine Vision, die sein Leben veränderte. Er begegnete einem Hirsch mit einem Kruzifix zwischen den Geweihen, was ihn dazu veranlasste, zum Christentum zu konvertieren. Bis heute ist das Bild des Hirsches ein Wahrzeichen von Matera und symbolisiert Glauben, Opferbereitschaft und Erlösung.
Die geheimnisvollen Glocken von Matera – Ein weiteres sagenumwobenes Element des Erbes von Matera ist die Geschichte der geheimnisvollen Glocken. Es heißt, dass die große Glocke der Kathedrale von Matera nur von Menschen mit reinem Herzen gehört werden kann. Die Glocke, bekannt als „La Cattedrale di Matera”, läutet um Mitternacht und ihr Klang hallt durch die alten Steine der Stadt. Diejenigen, die sie hören, glauben, dass sie mit Glück gesegnet werden und vor bösen Geistern geschützt sind. Der lokalen Überlieferung zufolge war der erste, der die Glocke hörte, ein junger Hirte namens Giovanni. Als Waise und mittellos wanderte Giovanni mit seiner Herde durch die Sassi. Eines Nachts, als er im Schatten der Kathedrale Schutz suchte, läutete die Glocke. Am nächsten Morgen wachte er auf und stellte fest, dass sich sein Schicksal gewendet hatte: Er entdeckte einen versteckten Schatz aus Gold und Silber, der es ihm ermöglichte, ein neues Leben aufzubauen. Seitdem ist das Läuten der Glocke ein Symbol für Hoffnung und göttliche Gunst.
Matera in der Moderne: Die Wiederentdeckung der Magie – Trotz seiner alten Wurzeln ist Matera von der Moderne nicht unberührt geblieben. Seit seiner Ernennung zur Kulturhauptstadt Europas im Jahr 2019 erlebt die Stadt eine Renaissance. Ihre Architektur, Kultur und Traditionen ziehen weiterhin Wissenschaftler, Künstler und Touristen aus aller Welt an, die alle begierig sind, in ihre geschichtsträchtige Vergangenheit einzutauchen.
Doch auch wenn Matera sich der Zukunft zuwendet, bleibt es doch tief mit seinen Mythen und Legenden verbunden. Jede enge Gasse und jede Steintreppe flüstert Geschichten von alten Göttern, geisterhaften Erscheinungen und Heldentaten. Die magische Ausstrahlung der Stadt überwindet die Zeit und bietet ein Erlebnis, das sowohl ätherisch als auch greifbar ist.
Der ewige Zauber Materas – Matera ist mehr als nur eine Stadt, es ist ein lebendiges Zeugnis menschlicher Ausdauer, Kreativität und Spiritualität. Die Verflechtung von Geschichte, Mythos und Legende schafft eine Erzählung, die ebenso fesselnd wie zeitlos ist. Von den alten Höhlenwohnungen der Sassi bis hin zu den wundersamen Geschichten von Heiligen und Erscheinungen bietet Matera eine Reise durch die mythische Vergangenheit bis in die Gegenwart.
Lassen Sie sich beim Schlendern durch die Straßen von den Geschichten Materas einhüllen. Lauschen Sie den Glocken, suchen Sie nach den versteckten Fresken und spüren Sie die Präsenz derer, die lange vor uns diese Wege gegangen sind. Der Zauber Materas lebt weiter und lädt jeden Besucher ein, Teil seiner legendären Geschichte zu werden.


































