Eingebettet in das malerische Elztal in Rheinland-Pfalz liegt das bezaubernde Dorf Monreal. Über diesem historischen Weiler thronen die eindrucksvollen Ruinen der Löwenburg und der Philippsburg, Überbleibsel einer längst vergangenen Zeit. Die ältesten Siedlungsspuren hier reichen bis in vorchristliche Zeiten zurück, aber das Dorf taucht erstmals 1193 in Aufzeichnungen auf, damals unter dem Namen „Cunisberch” (Königsberg). Zu Beginn des 13. Jahrhunderts dehnten die Grafen von Virneburg, getrieben von Ehrgeiz und strategischen Überlegungen, ihren Einfluss auf die kleine Siedlung aus und gaben ihr den französischen Namen „Monroial”, aus dem sich schließlich der heutige Name Monreal entwickelte.
Um 1220 begann Hermann III. von Virneburg ein kühnes Unterfangen – den Bau einer prächtigen Burg. Obwohl ihm sowohl die erforderlichen Genehmigungen als auch das rechtmäßige Eigentum an dem Grundstück fehlten, verfolgte er seine Ambitionen unbeirrt weiter. Das Land gehörte zum Mertloch-Gut unter der Gerichtsbarkeit des Erzbischofs von Trier, dessen Bruder Philipp von Virneburg dort die weltlichen Angelegenheiten regelte. Das Bedürfnis nach politischem Aufstieg drängte Hermann zu diesem drastischen Schritt. Sein Stammsitz in Virneburg lag zu weit entfernt von den wirtschaftlichen Zentren, während Monreal an das Mittelrheingebiet grenzte, eine Region, die reich an landwirtschaftlichen und vulkanischen Ressourcen war. Hermanns Risiko zahlte sich aus: Er behielt seine Burg und erhielt später vom Pfalzgrafen des Rheins die Herrschaft über die gesamte hohe Gerichtsbarkeit des kleinen Pellenz-Gebiets. Die Virneburger bevorzugten weiterhin Monreal; bis 1306 sicherten sie sich Stadt- und Marktrechte und richteten einen wöchentlichen Markt jeden Montag ein.
Monreal lag im Herrschaftsgebiet des Erzbistums Trier, doch die Grafen von Virneburg unterhielten enge Beziehungen zum Erzbistum Köln, was zu häufigen Konflikten zwischen Monreal und Trier führte. Die Dynastie der Virneburger erlosch 1545, und Trier übernahm die Kontrolle und ernannte eigene Verwalter für die Burg. Das neu gegründete Amt Monreal wurde anschließend dem Oberamt Mayen unterstellt.
Das Dorf und seine beiden Burgen wurden während des Dreißigjährigen Krieges 1632 von schwedischen Truppen und erneut 1689 während des Pfalzischen Erbfolgekrieges von französischen Truppen verwüstet. Trotz dieser Unruhen erlebte Monreal nach dem Dreißigjährigen Krieg einen Aufschwung der Textilindustrie, angetrieben durch die Wolle der ausgedehnten Schafherden der Eifel. Fachwerkhäuser und Steingebäude stehen noch heute und zeugen vom einstigen Wohlstand der Textilhersteller von Monreal.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kam es jedoch zu einem Rückgang der Textilproduktion, die dem harten internationalen Wettbewerb nicht standhalten konnte. Infolgedessen verarmte Monreal. Erst in den 1930er Jahren erlebte das Dorf eine Wiederbelebung, ausgelöst durch die Wertschätzung für den romantischen Charme der Eifelregion. Die prächtigen Bauten der ehemaligen Tuchmacher bilden heute ein idyllisches Dorfzentrum. Ein bemerkenswertes Artefakt spätgotischer Handwerkskunst befindet sich auf der mittleren Elzbrücke von Monreal – das Löwenmonument. Ursprünglich stand dieses Monument mit seinen vier Löwen, die den Eingang bewachen, vor der großen Burg, weshalb diese den Namen „Löwenburg” erhielt.
Interessanterweise konnte die Familie Monnerjahn anhand alter Kirchenbücher die Herkunft ihres Nachnamens bis nach Monreal zurückverfolgen und so ihre Herkunft mit diesem geschichtsträchtigen Dorf verbinden. Heute wird versucht, den Besuchern die reiche Geschichte Monreals näherzubringen. In den Jahren 2003/2004 wurden an verschiedenen historischen Gebäuden Informationstafeln angebracht, die deren Geschichte und Nutzung detailliert beschreiben.
Die Geschichte von Monreal ist geprägt von strategischen Ambitionen, verheerenden Kriegen, wirtschaftlichen Aufschwüngen und anschließenden Niedergängen – doch dieses Dorf ist immer wieder aus der Asche auferstanden. Seine landschaftliche Schönheit, reich an Legenden und historischer Bedeutung, fasziniert und lehrt weiterhin diejenigen, die seine alten Straßen durchqueren, und bietet eine lebendige Kulisse, in der Geschichte und Gegenwart nahtlos ineinander übergehen.



















