Die Hochburg, oft auch als Schloss Hachberg bezeichnet, thront auf einem 343,6 Meter hohen Hügel über dem Ortsteil Windenreute, einem Stadtteil von Emmendingen, in der Nähe der malerischen Stadt Sexau im Landkreis Emmendingen in Baden-Württemberg. Als eine der bedeutendsten Bergburgen im Südwesten nimmt die Hochburg nicht nur in der regionalen Geschichte einen herausragenden Platz ein, sondern gilt auch als drittgrößter Burganlagekomplex in Baden – nach dem berühmten Schloss Heidelberg und Schloss Rötteln bei Lörrach. Sie liegt am Rande des Schwarzwaldes in den Emmendinger Vorgebirgen, einer Landschaft, die von sanften Hügeln und hügeligen Wäldern geprägt ist.
Ursprung und Namensgebung: Die Legende von Hacho – Die historische Herkunft des Namens „Hachberg“ ist nicht abschließend geklärt, doch eine der bekanntesten Theorien führt ihn auf einen Gefolgsmann Karls des Großen namens Hacho zurück. Ihm soll Karl der Große ein Gut in dieser Gegend geschenkt haben, was als Namensgeber für die später dort errichtete Burg interpretiert wird. Diese Legende wird unter anderem durch eine Gedenktafel in der Burg gestützt, die Markgraf Karl II. gewidmet ist und die Bedeutung des Namensursprungs unterstreicht. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1161, als die Burg als „Castro Hahberc“ verzeichnet wurde. Es wird angenommen, dass der ursprüngliche Burgherr den Namen der Burg für seine Familie übernahm – ähnlich wie das spätere Adelsgeschlecht des Hauses Baden, das sich „Hachberg“ nannte. Im Laufe der Zeit entwickelte sich der Name allmählich zu „Hochberg“, insbesondere in französischen Quellen, die sich mit dem Zweig der Grafen von Neuchâtel aus dem Hause Hachberg-Sausenberg befassen. Im späten 18. Jahrhundert gewann der Name „Hochberg“ wieder an Bedeutung, als Markgraf Karl Friedrich von Baden seine zweite Frau, Luise Karoline, Baronin Geyer von Geyersberg, in den Stand einer Baronin von Hochberg erhob.
Von einer Rodungsburg zum Sitz der Markgrafen – Die Hochburg wurde wahrscheinlich im 11. Jahrhundert als sogenannte „Rodungsburg“ von Dietrich von Emmendingen gegründet. Er war der Erste, der nach der Burg den Namen „von Hachberg“ annahm – ein Zeichen für die enge Verbindung zwischen der Familie und ihrem Machtzentrum. Die erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1127. Später ging die Herrschaft über die Burg an Erkenbold von Hachberg über, von dem bekannt ist, dass er den Zweiten Kreuzzug (1147–1149) unterstützte und sein Lehen schließlich an das mächtige Haus Zähringer abtrat. Eine weitere bedeutende Entwicklung fand Mitte des 12. Jahrhunderts statt: Eine Urkunde aus dem Jahr 1161 erwähnt Hermann IV. von Baden als Herrn der Festung, was darauf hindeutet, dass die Burg schon früh eine wichtige Rolle in der badischen Territorialpolitik spielte. Die Teilung der Markgrafschaft Baden um 1212 führte dazu, dass Hermann IV.s Söhne, Hermann V. und Heinrich I., jeweils eigene Herrschaftsgebiete erhielten. Infolgedessen wurde die Hochburg zum Zentrum der neu gegründeten Markgrafschaft Baden-Hachberg und zugleich zum Stammsitz einer bedeutenden Seitenlinie des Hauses Baden.
Macht und Konflikte: Epochen der Expansion und Belagerungen – Das 15. und 16. Jahrhundert waren für die Burg eine Zeit der Herausforderungen und Umbrüche. Um 1415 gelangte die Hochburg nach ihrem Erwerb durch Markgraf Bernhard I., ein Mitglied der badischen Hauptlinie, wieder in den Besitz des zentralen badischen Hauses. Diese Zeit war geprägt von politischen Unruhen, Kriegen und Aufständen. Unter Bernhard I. widerstand die Hochburg 1424 einem Angriff des Oberrheinischen Städtebundes, einem Bündnis städtischer Mächte, die sich der Markgrafenherrschaft widersetzten. Auch während des Bauernkriegs von 1525 gelang es den Verteidigern, die Burg zu halten. Unter Markgraf Karl II. begann 1553 ein umfangreicher Umbau der Hochburg. Der mittelalterliche Bau wurde zu einer Renaissancefestung ausgebaut und mit modernen Verteidigungsanlagen wie Bastionen und Festungsmauern ausgestattet. Insbesondere Markgraf Georg Friedrich ließ den Komplex zu Beginn des 17. Jahrhunderts um sieben Bastionen erweitern; deren Namen bezogen sich symbolisch auf Schwesterburgen wie Rötteln, Sausenberg und Badenweiler. Diese umfangreichen Erweiterungen verwandelten die Hochburg in ein bedeutendes militärisches und administratives Zentrum.
Der Dreißigjährige Krieg und die Zerstörung der Festung – Doch auch die Hochburg blieb von den Verwüstungen des Dreißigjährigen Krieges nicht verschont. Zwischen 1634 und 1636 wurde sie belagert und nach der Kapitulation der Verteidiger systematisch dem Erdboden gleichgemacht. Der Wiederaufbau begann erst rund 24 Jahre später unter Markgraf Friedrich VI., der sich bemühte, den einst mächtigen Komplex wiederherzustellen. Doch die politische Lage änderte sich erneut: Nach dem Frieden von Nimwegen im Jahr 1678, als Frankreich seinen Einflussbereich bis nach Freiburg im Breisgau ausdehnte, verlor die Festung ihre strategische Bedeutung. Aus Angst vor einer erneuten französischen Besetzung und als Zugeständnis an den mächtigen Nachbarn wurden Teile der Befestigungsanlagen 1681 freiwillig abgerissen. Ein Brand im Oktober 1684, verursacht durch fahrlässige Bedienstete, fügte weiteren Schaden zu. Ihr endgültiger Niedergang erfolgte während des Pfälzischen Erbfolgekriegs: Im Oktober 1688 besetzten französische Truppen die Ruinen; im Februar 1689 sprengten sie die verbliebenen Türme und Mauern und zerstörten zudem die bewohnbaren Gebäude und die Gewölbekeller. Diese Maßnahme sollte eine Wiederherstellung der Burg dauerhaft verhindern. Zeitgenössische Berichte besagen, dass die Bastionen innerhalb von sechs Wochen wiederhergestellt hätten werden können, doch die Franzosen wollten die Festung ein für alle Mal als militärisches Hindernis beseitigen.
Vom Verfall zur erhaltenen Ruine: Engagement für den Denkmalschutz – Nach der Zerstörung verfiel die Hochburg allmählich. Erst Ende des 19. Jahrhunderts wurden erste Anstrengungen unternommen, die Ruine zu sichern und zu erhalten. Diese Arbeiten wurden durch die beiden Weltkriege mehrfach unterbrochen, fanden jedoch stets neue Unterstützer. Seit 1971 pflegt der Verein zur Erhaltung der Hochburgruine die Anlage ehrenamtlich. Der in Emmendingen ansässige Verein hat es sich zum Ziel gesetzt, das kulturelle Erbe der Burg zu bewahren und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Seit 2007 ist der Verein zudem Pächter der Ruine, was umfangreichere Restaurierungs- und Konservierungsarbeiten ermöglicht hat.
Die Hochburg heute: ein historisches Wahrzeichen und kultureller Treffpunkt – Heute gehört die Hochburg zu den landeseigenen Kulturdenkmälern Baden-Württembergs und wird von der Landesanstalt für Schloss- und Gartenwesen verwaltet. Besucher können die Ruinen auf eigene Faust erkunden und dabei eine Reise durch die Geschichte des Mittelalters und der Frühen Neuzeit unternehmen. Seit 1991 beherbergt der Gewölbekeller der Oberburg ein kleines, aber feines Museum, das faszinierende Einblicke in die Geschichte der Burg, ihrer Bewohner und die Umstände ihres Untergangs bietet. Darüber hinaus finden regelmäßig kulturelle Veranstaltungen, Führungen und historische Nachstellungen statt, die das mittelalterliche Leben und die bewegte Vergangenheit der Hochburg zum Leben erwecken.
Die Hochburg bei Emmendingen ist mehr als nur eine alte Ruine auf einem bewaldeten Hügel. Sie erzählt die Geschichte vom Aufstieg der Markgrafen von Baden, von politischen Intrigen, militärischen Konflikten und der bewegten Geschichte der Oberrheinregion. Ihre Mauern bergen Legenden und Artefakte aus vergangenen Zeiten und stehen für ein Stück lebendiger Geschichte, das bis heute sorgfältig bewahrt und am Leben erhalten wird. Besucher der Hochburg tauchen ein in eine Welt, in der Geschichten von Rittern, Markgrafen und Belagerungen greifbar werden – ein faszinierendes Erlebnis, das Geschichte und Natur vereint und die reiche und vielfältige Geschichte Badens widerspiegelt.
























